Kritik: DER STERNWANDERER (STARDUST)
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“Ein Philosoph stellte einmal die Frage: Sind wir Menschen, weil wir zu den Sternen aufschauen, oder schauen wir zu den Sternen auf, weil wir Menschen sind? Tja, eigentlich müßig.
Schauen die Sterne denn zurück? Eine gute Frage.”
Tristan hat ein Problem: Er hat gerade seinen Job als Ladengehilfe in seinem Dorf verloren und seine Angebetete Victoria will den reichen Schnösel Humphrey heiraten. Als er und Victoria eines Nachts beobachten, wie eine Sternschnuppe herabfällt, verspricht Victoria Tristan zu heiraten, wenn er ihr innerhalb einer Woche den Stern bringt. Da gibt es allerdings ein Problem: Tristan muss die verwunschene Mauer überqueren, die England vom magischen Reich Stormhold trennt. Und außerdem sind noch drei böse Prinzen und drei nicht minder böse Hexen hinter dem Stern her…

Nicht noch ein Fantasyfilm, mag manch einer denken. Und noch mit Liebe und so, vielleicht manch anderer. Und eigentlich dachte ich das ja auch, damals, im Kino. Heute, nach der DVD, dachte ich das eher weniger, denn ich wusste ja, was mich erwartet: Ein Fantasyfilm der besonderen Art, eine Komödie, ein Liebesfilm – alles in allem, und von allem das Beste, was auch für die Schauspieler gilt.
Fantasy – muss man nicht viel zu sagen. “Stardust” (wieso eigentlich “Sternwanderer“?) spielt in einer Phantasiewelt mit doppelköpfigen Minielefanten, Hexen, Einhörnern und bösen Königen. All dies wird mit atemberaubenden Effekten zur Schau gestellt und von einem bombastischen Soundtrack unterstützt (Tipp: Wenn Ihr die DVD guckt: die Sorround-Anlage ruhig etwas mehr aufdrehen).
“Hoffentlich sagst du die Wahrheit, du Janus-köpfiger Hund!” – “So einen könnte ich Euch besorgen, ehrlich. Sehr gute Wachhunde, die können die Vorder- und Hintertür zur gleichen Zeit beobachten. Ich besorg’ Euch alles.” – “Wie sieht es mit einer babylonischen Kerze aus?” – “Gerade nicht so gut.”
Komödie – im wahrsten Sinne des Wortes. Robert de Niro als tuckigen Pirat Captain Shakespeare muss man einfach gesehen haben. An Deck seines Schiffes kämpfen seine Männer, während er zu “CanCan” in Frauenkleidern durch seine Kabine tanzt. Die Söhne des Königs kämpfen um die Thronfolge – denn nur, wer zuerst alle seine Geschwister umbringt, wird König – lustiger kann Erben nicht sein.
“Weißt du noch, als ich gesagt habe, ich wüsste nicht viel über die Liebe? Also, das war gelogen. Ich weiß so einiges über die Liebe. Ich hab’ sie gesehen. Ich hab’ Jahrhunderte und Jahrhunderte davon gesehen. Und es war das Einzige, was es mir erträglich gemacht hat, deine Welt anzuschauen. All diese Kriege, Schmerz, Lügen und Hass. Ich wollte mich abwenden und nie wieder hinunter schauen. Aber Zeuge zu werden, wie die Menschen sich gegenseitig lieben… Ich meine, man könnte in den entferntesten Ecken des Universums suchen und doch würde man nie etwas Schöneres finden. Deswegen… Ja, ich weiß, dass Liebe bedingungslos ist. Aber ich weiß auch, sie ist manchmal unvorhersehbar, unerwartet, unkontrollierbar, unerträglich und seltsamer Weise sehr leicht mit Hass zu verwechseln ist. Was ich damit… Was ich damit sagen will, Tristan, ist: Ich denke, ich liebe dich.”
Liebesfilm – auch das. Doch das ist hier nicht weiter schlimm, ist die Frau, um die es hier geht, mit Claire Danes perfekt besetzt (bis auf die Synchronstimme, die ist furchtbar unpassend -> Buffy…). Ich glaube ja auch, ich finde “Romeo & Julia” größtenteils wegen ihr gut, mal abgesehen davon das er ziemlich stylish und unkonventionell ist.
Das einzige, was ich nicht so gut fand, war das Ende. Etwas weniger Kitsch hätte es dann doch getan, so trübt es leider den Gesamteindruck. Man hätte gerne mit einem Witz den Kinosaal verlassen. Oder mit einem Lachen den Fernseher ausgeschaltet. Doch ein gelungener Abend mit einem sehr guten Film reicht ja manchmal auch.
“Mein Ruf…” – “Das macht nichts Captain. Wir wussten, dass Sie ne Tunte sind.”
23. Mai 2008 um 12:08
bis jetzt sagten mir nur Frauen, dass der Film gut sei *g*
23. Mai 2008 um 6:31
Man muss ja offen für alles sein
23. Mai 2008 um 8:19
gut so ^^ – hb den Film selber noch nicht gesehen *g*
24. Mai 2008 um 4:53
Dann tu das mal!
27. Mai 2008 um 9:22
Der Film ist sogar verdammt gut! Der weiss genau, wenn er lustig sein will und wenn ernst!! Das bringen viel zu viele Filme nicht fertig.
9 von 10 oder 8 von 10 liegen auch in meinem Ermessen.
23. Juni 2008 um 10:32
Habe den Film am Wochenende erst auf DVD gesehen. Wirklich spitzenmäßig. Kommt nicht ganz an Harry Potter ran aber den goldenen Kompass und Narnia schlägt der Film um längen!! Solltet ihr wirklich unbedingt anschauen.
24. Juni 2008 um 5:25
Ok, mit Harry Potter lässt sich der Sternwanderer auch schwer vergleichen finde ich, erstgenannter richtet sich doch mehr an das jüngere Publikum. Den “goldenen Kompass” schlägt er insofern, dass dieser zwar ein sehr guter Film ist, aber viel zu viel Vorwissen aus dem Buch voraussetzt – ansonsten versteht man vieles ganz einfach nicht und das macht den Film dann natürlich schlechter. Und Narnia – sag ich mal nichts zu…