Kritik: BLUMEN DES SCHRECKENS
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6/10 (nüchtern)
8/10 (betrunken)
“Sie wachsen. Sie lernen. Sie laufen. Sie reden. Und sie töten!”
Überall auf der Welt werden Meteoritenschauer gemeldet. Die Menschen, die ins Freie strömen, um sich dieses einmalige Ereignis anzuschauen erblinden – und so ist über Nacht der Großteil der Menschheit blind. Doch die Meteoriten haben noch andere Nebenwirkungen: Außerirdische Pflanzen sind mit ihnen auf die Erde gelangt, für die die blinde Menschheit jetzt leichte Beute ist, denn: sie wachsen, lernen, laufen, reden und sie töten…
Ein Film mit dieser Inhaltsangabe kann nur phantastisch sein. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Der Autor der Romanvorlage muss für so einen Humbug sehr phantasievoll gewesen sein, oder anders ausgedrückt: Was auch immer er geraucht hat – ich will es auch *g*
Dabei ist die Umsetzung des Films prinzipiell gut: Einerseits begleitet man den Kapitän Masen auf seiner Flucht über England, Frankreich bis nach Spanien und wie er verzweifelt versucht, die “Blumen des Schreckens” zu bekämpfen, andererseits versucht der Biologe Goodwyn mit seiner Frau in einem Leuchtturm auf einer kleinen Insel, wie die Pflanzen vernichtet werden können. Quasi nebenbei haben sie aber auch mit ihrer Ehe zu kämpfen, da er gerne mal einen trinkt und er immer gleichgültiger wird, weswegen er noch mehr trinkt. Ein Teufelskreis.
Andererseits ist der Film natürlich alt. Von 1962, um genau zu sein. Dies sieht man der DVD-Version jeder Minute an, laut Bewertungen bei Amazon sah wahrscheinlich sogar die TV-Erstausstrahlung besser aus. Es ist wirklich grottig, glaubts mir. Nehmt einen Film auf VHS auf, lagert die Kassette 5 Jahre in der Mikrowelle und das Ergebnis dürfte das gleiche sein.
“Alle Pflanzen bewegen sich irgendwie. Die meisten übertreibens nur nicht so und belästigen andere Leute!”
Der Ton ist entsprechend, mal laut, mal leise, bei den obligatorischen kreischenden Frauen natürlich extrem laut. Wahrscheinlich dachte mein Vermieter, ich schlachte hier jemanden ab, aber noch hat niemand geklingelt und sich erkundigt…
Über schauspielerische Leistungen braucht man nicht wirklich zu reden, richtige Highlights gibt es da nicht, obwohl das kleine Mädchen seine Sache recht gut macht.
Die Spezialeffekte sind… dem Alter entsprechend.
Ich hab mal noch ne Wertung hinten dran gehängt, wie einem der Film mit mehreren Leuten vollstramm vorkommen muss. Ich stelle mir das sehr, sehr spaßig vor. Vielleicht noch in Kombination mit “Ein Zombie hing am Glockenseil“?
Aber eigentlich gibts die meisten Punkte für den Filmtitel. “Blumen des Schreckens” ist der wohl lächerlichste, aber auch lustigste Filmtitel für einen Science-Fiction Film, den ich jemals gehört habe.
Wens interessiert: In der Mitte des folgenden YouTube Videos ist eine Art Trailer des Films zu sehen. Schauts euch an. Vollstramm.
(YouTube)
Hier gibts übrigens schöne Filmplakate zu dem Film. Ich mag das dänische.
8. Februar 2009 um 11:24
xd… alles klar
8. Februar 2009 um 11:30
Worauf genau beziehst du deine fundierte Aussage?
8. Februar 2009 um 11:32
“Alle Pflanzen bewegen sich irgendwie. Die meisten übertreibens nur nicht so und belästigen andere Leute!”
sagt für mich schon alles ^^# ( = muss ich nicht gesehen haben)
8. Februar 2009 um 11:34
Nur allein wegen dem Spruch hat der Film seine sechs Punkte verdient. Man kann da wirklich Spaß dran haben, glaubs mir.
8. Februar 2009 um 11:40
ich glaube es dir ja auch, dennoch ist es wohl eher nicht meine Art von Humor *g*
17. Mai 2009 um 9:00
[...] “Blumes des Schreckens” hat es vorgemacht: Die Natur kann auf vielfältige Art & Weise zurückschlagen, und nicht immer sind es Tiere. Die Idee Shyamalans an sich mag ja nicht grundverkehrt sein. Spannung muss nicht durch Effekte oder generelle Reizüberflutung erzeugt werden, sie kann auch aus der Stille entstehen. Es ist die Art von Spannung, die sich langsam aufbaut, die einen bei der Vorstellung, das Gesehene könnte real werden, einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Im Vergleich zu “The Happening” fällt mir da jetzt spontan “Die Vögel” ein, welcher allerdings um Klassen besser ist. Denn in “The Happening” läuft das Entscheidende grundverkehrt: Die Ruhe erzeugt keine Suspense, keinen Grusel, in erster Linie erzeugt sie nur gepflegte Langeweile. Unterbrochen wird diese zwar immer mal wieder von stellenweise recht brutalen Selbstmorden, viel häufiger jedoch von den belanglosen Eheproblemen der Hauptdarsteller. [...]